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Titel

Museums-App as a Service

Studenten

Samuel Müller, Daniel Keller

Betreuer

Prof. Dr. Markus Stolze, Prof. Dr. Peter Heinzmann

Projektpartner

Naturmuseum St. Gallen

Ausgangslage

Im Rahmen einer Semesterarbeit wurde eine App für das Naturmuseum St. Gallen entwickelt. Mit Hilfe der iBeacon-Technologie ermöglicht die App einen interaktiven Museums-Rundgang. Es können lokationsbasierte Zusatzinformationen zu Ausstellungsobjekten geladen sowie Quiz gelöst werden. Alle Inhalte der App (Zusatzinformationen, Bilder, Quiz) werden direkt mit der App veröffentlicht. Die Inhalte sind in lokalen Files abgelegt. Dies hat zur Folge, dass Anpassungen an den Inhalten nicht direkt vorgenommen werden können. Ziel dieser Bachelor-Arbeit war es, ein Content Management System (CMS) zu entwickeln, welches das Erstellen und Warten jener Inhalte unterstützen soll. Da der Einsatz dieses Konzeptes (App, Beacons, CMS) auch in anderen Museen denkbar ist, sollte das CMS als Software as a Service (SaaS) entwickelt werden. Damit könnten Museen mit wenig Aufwand eine lokationsbasierte Museums-App einführen. Das Naturmuseum St. Gallen hat sich bereit erklärt, auch für die Bachelorarbeit als Projektpartner zur Verfügung zu stehen und das CMS von Mitarbeitern testen zu lassen.

Vorgehen, Technologien

Vision

Es sollte ein CMS entwickelt werden, welches den Mitarbeitern eines Museums erlaubt, Inhalte der App zentral zu verwalten. Das CMS soll in der Cloud gehostet werden und mandantenfähig sein. So kann sich ein Museum bei dem Service registrieren und im CMS folgende Aufgaben wahrnehmen:

  • Editieren der Museumsinformationen
  • Erstellen und Editieren von Inhalten und Quiz
  • Verwalten von Beacons und Verknüpfen mit einem Bereich
  • Übersetzen sämtlicher Elemente
  • Live-Vorschau der App im Browser

Aus der Evaluation der Semesterarbeit hat sich zudem ergeben, dass zielgruppengerechte Inhalte gewünscht sind. Daraufhin wurde das Konzept der Rundgänge erarbeitet. Ein Museum soll einen Rundgang erstellen können und diesem Zusatzinhalte und Quiz zuordnen. So lässt sich zum Beispiel ein Familienrundgang mit einfachen Inhalten und Quiz für Kinder erstellen und ein Rundgang für Oberstufenklassen mit detaillierteren Inhalten und fordernden Quiz.

Lösungsansatz und eingesetzte Technologien

Für das User-Interface des CMS wurde auf AngularJS gesetzt. Es wurde darauf geachtet, eine zukunftssichere Lösung zu entwickeln welche neuste Konzepte der Webentwicklung verwendet. Ziel war es, eine mögliche Migration auf die angekündigte Version 2 von AngularJS so reibungslos wie möglich zu gestalten. Ein Backend mit Datenbankanbindung wurde in Ruby on Rails entwickelt. Das Backend wird vom CMS sowie auch von der App verwendet. Beide Systeme wurden in der Cloud gehostet. Es wurden zwei etablierte Anbieter verwendet: Heroku für den Web-Service sowie Cloudinary für das Hosten von Bildern.  

Ergebnisse

Das CMS wurde entwickelt und von der Museumspädagogin des Naturmuseums St. Gallen auf Benutzbarkeit getestet. Das Feedback war insgesamt positiv, Mängel wurden entsprechend behoben. Die aktuellen App-Inhalte des Naturmuseum St. Gallen wurden in das CMS übernommen. Diese Inhalte sind nun editierbar und werden von der App geladen. Das System wurde wie geplant als Software as a Service (SaaS) umgesetzt. Alle Komponenten sind in der Cloud gehostet und dadurch beliebig skalierbar. Benutzer können sich selbständig registrieren und Museen erfassen. An dieser Stelle muss man bedenken, dass für eine erfolgreiche Nutzung des Service die Installation von Beacons in jeweiligen Museen notwendig ist. Es wurde eine umfangreiche Palette von Features umgesetzt. Inhalte können in einem Rich-Text- Editor im Browser verwaltet werden, es können Bilder hochgeladen werden, es stehen 5 verschiedene Quiz-Typen zur Verfügung und es können Rundgänge zusammengestellt werden. Alle Inhalte sind auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch übersetzbar. Die App kann online in einer Preview-Ansicht geladen werden, um die erfassten Inhalte zu testen. In der App werden Statistiken gesammelt, welche in Google Analytics analysiert werden können. Die App wurde so erweitert, dass sämtliche Daten aus dem Backend geladen werden und nicht mehr direkt mit der App ausgeliefert werden. Auf das angedachte QR-Code Feature für die Quiz Aktivierung wurde vorerst verzichtet. Grund dafür war, dass man sich auf das CMS und den SaaS Ansatz konzentrieren wollte. Das Konzept für Multimediale Inhalte steht, beschränkt sich jedoch noch auf Bilder.

Business Evaluation

Um herauszufinden wie gross das Interesse an der maaas Gesamtlösung sein könnte wurde eine Business-Evaluation durchgeführt. Dazu wurde ein Fragebogen zusammengestellt und an diverse Museen der Deutschschweiz gesendet. Ziel war es die aktuellen Situation und grundsätzliche Einstellung bezüglich Museums-App zu bestimmen. Es hat sich ergeben, dass vor allem mittelgrosse Museen sich aktuell Gedanken über das Einführen einer App machen. Häufig ist aber die Kostenfrage ein Gegenargument. Wir kamen zum Schluss, dass es noch nicht zu spät wäre in diesem Markt einzusteigen. Mit einem kostengünstigen SaaS Angebot könnten vor allem diese mittelgrossen Museen als mögliche Kunden überzeugt werden. Auch könnte man die App in anderen Szenarien wie nur Museen einsetzen. Zum Beispiel in Zoos oder anderen, öffentlich zugänglichen Rundgängen wie der Wasservogel-Parcours Rapperswil.

Ausblick

Es ist klar, dass das entwickelte System Potential hat, kommerziell weitergeführt zu werden. Der Business-Analyse ist zu entnehmen, dass es verschiedene Museen gibt, die sich über die Einführung einer Mobile-App Gedanken machen. Auch das Naturmuseum St. Gallen ist nach wie vor interessiert. Einen kommerziellen Nutzen zu erzielen war von Anfang an eine Vision der Autoren dieser Arbeit. Dass das System funktionieren könnte, wurde mit dem entwickelten Prototyp bewiesen. Allerdings gibt es einiges zu bedenken, sollte die Arbeit weitergeführt werden. Zum Beispiel wären Besuche bei einführenden Museen nötig, um Beacons zu installieren. Auch regelmässige Wartungsarbeiten würden einen grossen Aufwand erzeugen. Ausserdem müsste die Sicherheit des Systems auf Herz und Nieren getestet werden. Es müssten Backup-Lösungen erarbeitet werden, um die Archivierung der von Museen erfassten Inhalte zu gewährleisten. Die Liste der Notwendigkeiten für einen kommerziellen Erfolg dieses Projektes ist noch ein ganzes Stück länger. Wichtig ist, dass mit dem hier entwickelten Prototyp eine gute Grundlage geschaffen wurde und eine Weiterführung durchaus denkbar wäre.

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